Hashimoto und Wechseljahre: Schilddrüse oder Hormone?

Ich lebe seit vielen Jahren mit Hashimoto. Auch meine Mutter ist davon betroffen. In der Perimenopause habe ich meine Beschwerden als deutlich belastender erlebt als in den Jahren davor. Und ich habe mir die Frage gestellt, die mir heute viele Frauen stellen: Kommt das jetzt von meiner Schilddrüse oder von den Wechseljahren?

Die ehrliche Antwort lautet oft: Beides kann mitspielen. Genau deshalb lohnt es sich, die Zusammenhänge zu verstehen.

Liegt Hashimoto in der Familie?

Hashimoto tritt in Familien gehäuft auf. Vererbt wird dabei aber nicht die Erkrankung selbst, sondern eine Veranlagung. Ob sie sich zeigt, hängt von weiteren Faktoren ab, etwa vom Alter, von hormonellen Einflüssen und von der Umwelt. Hat deine Mutter Hashimoto, ist dein Risiko erhöht. Zwangsläufig bekommst du es deshalb nicht. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, oft beginnt die Erkrankung zwischen 30 und 50.

Was die Schilddrüse macht

Die Schilddrüse sitzt wie ein kleiner Schmetterling vorne am Hals. Ihre Hormone sind eine Art Taktgeber für fast jede Zelle. Sie bestimmen mit, wie viel Energie dein Körper umsetzt, wie gut du deine Körpertemperatur hältst, wie zügig deine Verdauung arbeitet und wie wach du dich im Kopf fühlst.

Hashimoto ist nicht dasselbe wie eine Unterfunktion

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen die eigene Schilddrüse, und es entsteht eine chronische Entzündung. Lange kann die Schilddrüse das ausgleichen, die Hormonwerte sind dann noch normal. Erst wenn mit der Zeit zu viel Gewebe verloren geht, entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion. Dann fehlt Hormon, und es wird meist mit L-Thyroxin ersetzt.

Das heißt: Du kannst Hashimoto haben, ohne eine Unterfunktion zu haben. Und eine Unterfunktion kann auch andere Ursachen haben.

Was sich in der Perimenopause verändert

In der Perimenopause sinkt meist zuerst das Progesteron, das beruhigend und schlaffördernd wirkt. Das Östrogen schwankt dagegen stark, mal ist es hoch, mal tief. Diese Übergangszeit beginnt oft in den Vierzigern und dauert mehrere Jahre. Mehr dazu liest du in meinem Beitrag zur Perimenopause.

Warum sich die Beschwerden so ähnlich anfühlen

Eine Unterfunktion und die Perimenopause können sich erstaunlich ähnlich anfühlen:

  • Müdigkeit und Erschöpfung

  • schlechterer Schlaf

  • Gewichtszunahme, vor allem am Bauch

  • gedrückte Stimmung, Reizbarkeit

  • Konzentrationsprobleme

  • trockene Haut, dünneres Haar

  • Veränderungen im Zyklus

Ein paar Unterschiede gibt es: Bei einer Unterfunktion frieren viele Frauen schneller, in den Wechseljahren sind Hitzewallungen typischer. Verlassen kannst du dich darauf aber nicht, und oft wirkt beides gleichzeitig.

Das heißt nicht, dass Hashimoto in den Wechseljahren bei jeder Frau schlimmer wird. Ob die Erkrankung in dieser Phase grundsätzlich aktiver wird, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Sicher ist: Die Überschneidung macht das Einordnen schwerer. Deshalb lohnt es sich, Beschwerden ärztlich abklären zu lassen, statt sie vorschnell der einen oder der anderen Ursache zuzuschreiben.

Hormontherapie und Schilddrüsenmedikament

Wenn du L-Thyroxin nimmst und über eine Hormontherapie nachdenkst, ist ein Punkt wichtig. Östrogen als Tablette erhöht in der Leber ein Eiweiß, das Schilddrüsenhormon im Blut bindet. Dann steht weniger freies Hormon zur Verfügung, und manche Frauen brauchen eine höhere Dosis. Östrogen über die Haut, also als Gel, Pflaster oder Spray, beeinflusst diesen Mechanismus deutlich weniger.

Für dich heißt das: Lass deine Schilddrüsenwerte einige Wochen nach Beginn oder Wechsel einer Hormontherapie kontrollieren. Ändere deine Dosis nie selbst, sondern immer gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Was dir im Alltag Orientierung gibt

Hashimoto lässt sich durch den Lebensstil nicht heilen. Aber du kannst viel dafür tun, dass sich dein Körper stabiler anfühlt.

  • Ernährung: Eiweiß zu jeder Mahlzeit, viel Gemüse, gute Fette und regelmäßige Mahlzeiten halten deinen Blutzucker ruhiger. Jod aus normaler Ernährung musst du nicht meiden. Hochdosierte Jodpräparate und getrocknete Algen nimmst du dagegen besser nur nach ärztlicher Rücksprache.

  • Versorgung prüfen statt raten: Ob dir etwas fehlt, zeigt eine Blutuntersuchung zuverlässiger als ein Bauchgefühl. Frag deine Ärztin, welche Werte für dich sinnvoll sind.

  • Das Medikament richtig einnehmen: L-Thyroxin wird meist morgens nüchtern mit Wasser genommen, etwa 30 Minuten vor dem Frühstück. Kaffee, Calcium, Magnesium und Eisen können die Aufnahme stören. Wie viel Abstand du brauchst, steht im Beipackzettel, oder du fragst in deiner Apotheke.

  • Bewegung: Krafttraining erhält deine Muskeln, und Muskeln halten deinen Stoffwechsel in Schwung. An erschöpften Tagen ist eine kurze Einheit oft besser als gar keine.

  • Schlaf und Belastung: Dauerstress und schlechter Schlaf verstärken Erschöpfung, egal woher sie kommt. Feste Schlafenszeiten, Atemübungen und echte Pausen sind keine Nebensache.

Genau hier setzt die MOJ Methode an. Sie verbindet die körperliche, die emotionale und die mentale Ebene, weil sie im Alltag ohnehin zusammenhängen. Sie ersetzt keine ärztliche Behandlung. Sie hilft dir aber, deinen Körper besser zu lesen und Routinen zu finden, die zu dieser Lebensphase passen.

Fragen für deinen nächsten Arzttermin

  • Sind meine Schilddrüsenwerte gut eingestellt, und wann kontrollieren wir sie wieder?

  • Welche meiner Beschwerden passen eher zur Schilddrüse, welche eher zu den Wechseljahren?

  • Welche weiteren Blutwerte sind bei mir sinnvoll?

  • Was bedeutet eine Hormontherapie für mein Schilddrüsenmedikament, und welche Form passt zu mir?

  • Wie viel Abstand brauche ich zwischen L-Thyroxin und meinen Nahrungsergänzungsmitteln?

  • Ich nehme Biotin, zum Beispiel für Haare und Nägel. Kann das meine Laborwerte beeinflussen?

Die letzte Frage ist wichtiger, als sie klingt: Biotin kann Schilddrüsenwerte im Labor verfälschen. Sag deshalb vor der Blutabnahme Bescheid, wenn du es nimmst.

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Nahrungsergänzung: erst prüfen, dann ergänzen

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Bei Hashimoto und in den Wechseljahren brauchst du nicht automatisch Nahrungsergänzungsmittel. Sinnvoll werden sie vor allem dann, wenn deine Blutwerte einen Mangel zeigen. Lass deshalb zuerst prüfen und entscheide dann gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Diese Nährstoffe sind in dieser Lebensphase häufig ein Thema:

  • Vitamin D: Ein Mangel ist in Deutschland häufig, besonders im Winter. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei, und die brauchen nach den Wechseljahren besondere Aufmerksamkeit.

  • Vitamin B12: Bei Hashimoto kommt ein B12-Mangel häufiger vor, weil die Aufnahme im Magen gestört sein kann.

  • Eisen: In der Perimenopause oft ein Thema, etwa bei starken Blutungen. Eisen nimmst du nur bei einem nachgewiesenen Mangel.

  • Selen: Bei Hashimoto am besten untersucht. Studien zeigen, dass Selen die Schilddrüsen-Antikörper senken kann. Ob sich dadurch Beschwerden bessern, ist bisher nicht belegt. Zu viel Selen kann schaden, deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache.

Wenn bei dir ein Mangel festgestellt wurde, empfehle ich diese Produkte von Orthomol, erhältlich bei OMED-VITAL:

  • Orthomol Vitamin D3 vegan

  • Orthomol Vitamin B12

  • Orthomol Eisen + Vitamin C

  • Orthomol Selen (mit 200 µg pro Kapsel vergleichsweise hoch dosiert, auch deshalb nur nach Rücksprache)

Gut zu wissen bei L-Thyroxin: Laut Zutatenliste enthält keines dieser Produkte Jod oder Biotin. Eisen kann aber die Aufnahme deines Schilddrüsenmedikaments stören. Nimm es deshalb mit zeitlichem Abstand ein. Wie viel genau, klärst du am besten in deiner Apotheke.

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Nimmst du Medikamente oder hast du eine Erkrankung, etwa der Schilddrüse? Dann sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden sprich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Quellen

Svjetlana Berger

Hi ich bin SVJETLANA, die ruhige, klare Stimme hinter MOJ Holistic Health – ich liebe es, Körper, Gesundheit und Mindset so zu entwirren, dass es klick macht, ein Lächeln entsteht und Menschen Lust bekommen auf mehr Lebensfreude, echte Gesundheit und ein bewusstes, selbstverbundenes Leben.

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